Die häufigsten (Volks-) Märchen zum Thema Sattel:

Die "Märchen" finden Sie in "blauer" Schrift.
Führende Osteopathen und Sattelexperten sagen hierzu in "roter" Schrift.

Bei modernen Sätteln wird die "1. Sattelstrupfe" direkt vom Kopfeisen kommend (als indirekter Vorgurt) unter der Pausche herausgeführt ???
Von der Idee her soll durch diese Konstruktion in Verbindung mit der 2. Sattelstrupfe die oben ohnehin schon in einem "V" endet ein zusätzliches maximales "V" 
(Fixieren des Sattels ganz vorne und ganz hinten) gebildet werden. Man findet diese Gurtung hauptsächlich bei Sätteln mit Kurzgurten.

So angebrachte "1. Strupfen" verlaufen ähnlich einem Vorgurt in einer Position deutlich v o r der eigentlich sinnvollen Positionierung der Sattelstrupfen. Sie sollen ein Vorrutschen des (vermutlich nicht passenden) Sattels verhindern. Leider engen sie das Pferd sehr ein und ziehen den Sattelkopf sehr stark in die Schultern. Ganz sicher führt dies zu einer eingeschränkten Bewegung des Pferdes und schon nach kurzer Zeit zu gravierenden Atrophien im Bereich der Trapezmuskulatur. Außerdem sind sie Gift für jede Schulter- und Ellbogenfreiheit. (Deshalb wurde übrigens von manchen Reitern das Zurücksatteln entdeckt und die bisherige Baustelle vorne aber nun leider nach hinten verlagert). Wer hat´s erfunden: vermutlich Bereiter, die auf dem Standpunkt stehen, mann muss mit nur einem Sattel alle Pferde reiten können oder Pferdehändler, die sich beim Vorreiten der Pferde durch Verwendung dieser Gurtung weiter hinten und tiefer in den Rücken der Pferde setzen können, um das Pferd (vorübergehend) zu vermehrtem Strampeln zu bringen, was dem potentiellen Kaufinteressenten imponieren soll.

"Kurze Sättel" und alle Probleme sind gelöst ???

Werbeaussagen wie "Kurze Sättel", "wir haben den kürzesten Sattel" usw. suggerieren dem Sattellaien, je kürzer desto besser.

Ein wirklicher Fachmann würde so eine naive Aussage vermutlich gar nicht erst machen. Der gutgläubige Endverbraucher kann nur davor gewarnt werden, zu der Anschaung zu kommen je kürzer desto besser. Die wichtigere Frage ist: über welche Fläche verteilt der Sattel unter dem Reiter sein Gewicht? Hauptsächlich hinten? hauptsächlich vorne? oder gleichmäßig? Alle 3 vorgenannten Varianten wären falsch. Denn Hautmuskel, Gewebe sowie darunter liegende Muskeln, Rippen und Organe können (logischerweise) nur begrenzt Gewicht pro cm² Fläche aufnehmen. Das Augenmerk des qualifizierten Sattelanpassers muss darauf liegen, eine möglichst große "Gewichtsverteilung" auf der anatomisch "erlaubten" Fläche zu erreichen. Wobei wissenschaftliche Studien sogar belegen, dass die Toleranzschwelle für Spitzendruckbelastung im Bereich der Sattellage von hinten nach vorne ansteigt. Dies ist bei der zu erreichenden Gewichtsverteilung möglichst weitgehend zu berücksichtigen. Für die Länge des Sattels spielt es übrigens nur eine sehr geringe Rolle um welche Pferderasse es sich handelt. Nur weil beispielsweise ein Friese größer ist als ein Isländer bekommt er deswegen noch lange keinen längeren Sattel.

Wenn ein Sattel auf der Grundlage einer vorherigen "Rückenvermessung" gebaut wird, passt er perfekt ???

Es gibt viele (gute) Möglichkeiten mit Messgeräten u. ähnlichen Hilfsmitteln, die Passform eines Sattels zu bestimmen. Wenn nun aber dem Endverbraucher suggeriert wird, dass dies ausreicht, um für sein Pferd nun endlich den perfekt passenden Sattel zu bekommen, dann fehlt es diesem Sattelverkäufer schlichtweg an Erfahrung.

Egal welches Hilfsmittel ein Sattelverkäufer benützt, es ist und bleibt immer nur ein "Hilfs"-Mittel. Um einen Sattel qualifiziert anpassen zu können, muss ein Sattelanpasser (Saddlefitter) zwingend über langjährige Erfahrung und eine große Menge an Messdaten verfügen. Messungen im Stand sind zwar als Basis sehr hilfreich, haben aber nur eine begrenzte Aussagekraft über die Passform des Sattels im Hinblick auf dessen künftige Funktion. Eine Beurteilung über die vermutliche gute Funktion eines Sattels muss immer den Bewegungsablauf des Pferdes unter dem Reiter in den 3 Grundgangarten, das Reitergewicht, die Reitergröße, die Reiterqualität und eventuelle Gebrechen des Reiters berücksichtigen. Tip hierzu: Fragen Sie Ihren potentiellen Sattelverkäufer auf jeden Fall wie lange er diesen Beruf schon ausübt und wie und wo er sein Handwerk gelernt hat. Ebenso interessant ist die Frage, wieviel Erfahrung (Stückzahl verkaufte Sättel) er mit den Sätteln die er anbietet hat, jeder Sattel verändert sich mit der Zeit anders, weshalb ein Sattelverkäufer die voraussichtliche Anformung eines jeden Sattelmodelles aufgrund seiner mehrmonatigen Erfahrung mit ausreichend vielen Sätteln kennen sollte. Jedes neu an den Markt kommende Sattelmodell zwingt den Sattelverkäufer zu Spekulationen, weshalb die meisten erfahrenen Sattelverkäufer am liebsten bei ihren bewährten Modellen bleiben, deren Funktion und eventuelle Veränderungen sie aufgrund mehrjähriger Erfahrung ganz genau kennen.

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